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"Die Sache mit dem Stress" Vortrag von Psychiaterin und Psychotherapeutin Dr. med. Elisabeth Schmölz

Die Sache mit dem Stress

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"Die Sache mit dem Stress" Vortrag von Psychiaterin und Psychotherapeutin Dr. med. Elisabeth Schmölz

Im Rahmen des Bildungsprogramms der Germeringer Insel ehrenamtlich/freiwillig tätiger Bürger*innen hielt die Germeringer Psychiaterin und Psychotherapeutin Dr. med. Elisabeth Schmölz einen Vortrag zum Thema Stress. Schmölz begann mit einem Ausflug in die Geschichte und erzählte, dass der Begriff „Stress“ erst in den 50er-Jahren geprägt wurde. Damals wie heute unterscheide man zwischen der physischen und psychologischen Seite. Die psychologische Seite sei sehr abhängig von der eigenen Bewertung. In der Fachwelt rede man von drei Phasen, so die Psychiaterin. Die erste Stressphase sie die Alarmphase, die die Abwehrkräfte zunächst schwächt. Im Anschluss wird der Körper in der Leistungsphase auf Hochtouren gefahren, was zu einem hohen Energieverbrauch führt. Am Ende setze dann die Erschöpfung ein.

Negativer und positiver Stress

Stress sei aber auch notwendig und sinnvoll. So zeige Stress auch die eigenen Leistungsgrenzen auf und ist eine Überlebensstrategie. Wird Stress rechtzeitig erkannt, können Missstände abgeschafft und Probleme gelöst werden.

Der negative Stress sei immer sehr intensiv, sehr häufig und lang anhaltend, erklärte Schmölz. Er wirke sich auf die Gesundheit des Menschen aus. Man unterscheide drei Gruppen von Stressoren: Zum einen sehr intensive Erfahrungen wie z.B. Kriegserlebnisse, Katastrophen und Gewalt. Persönliche Ereignisse wie Erkrankung, Prüfungen oder Todesfälle sind sehr individuell und bilden die zweite Gruppe. Dann gäbe es noch die Stressoren, die oft gar nicht selbst wahrgenommen werden. Dazu gehören beispielsweise Beziehungsprobleme, andauernde Streitigkeiten oder eine beengte Wohnungssituation.

Krankheiten und Symptome

In ihrem Vortrag ging die Psychiaterin auch ausführlich auf die Stresskrankheiten ein. Typische allgemeine Krankheiten seien z.B. Asthma, Schmerzsyndrome (Verspannungsschmerzen, Migräne etc.), Herzkreislauferkrankungen, chronische Infekte sowie Schlafstörungen. Aus eigener Praxiserfahrung wisse sie, so Schmölz, dass traumatische Krankheiten wie eine posttraumatische Belastungsstörung, unter der besonders viele Flüchtlinge leiden, aber deutlich schwerer wiegen.

Die häufig vorkommende komplexe posttraumatische Belastungsstörung sei dagegen eine Folge eines diskunktionalen Elternhauses. Und dann gäbe es noch die „Jahrhunderterkrankung“ Burn-Out-Syndrom, so die Psychotherapeutin. Eine Krankheit, die auch eine Auswirkung von gesellschaftlichen Entwicklungen sei. Ausgelöst werde Burnout oft durch einen berufsbedingten Motivationsverlust, Überforderung und enttäuschten Erwartungen. Sie träfe in der Regel vor allem leistungsorientierte Menschen.

Vorbeugen und Schützen

Am Ende des Vortrags betonte Schmölz, dass man sich gegen Stress auch schützen könne. Prophylaktische Maßnahmen wie die regelmäßige Anwendung erlernter Entspannungsverfahren, Ausdauersport und Bewegung sowie die Pflege sozialer Kontakte und allem, was einem Spaß macht, seien gute Kraftquellen, um sich gegen zu viel Stress zu wappnen.

 

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