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Thilo Wimmer

Inklusion: eine Chance für die Gesellschaft

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Inklusion – eine Chance für Alle - Mittendrin statt nur dabei

Thilo Wimmer

Im Rahmen des Bildungsprogramms der Germeringer Insel für Ehrenamtliche/Freiwillige war vergangene Woche Thilo Wimmer, Fachdienstleiter der Caritas-Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung in Dachau und Fürstenfeldbruck, zu Gast. Er referierte zum Thema „Inklusion – eine Chance für Alle – Mittendrin statt nur dabei“.

„Ein schwieriges Thema“, so Wimmer, denn Inklusion löse in der Gesellschaft viele unterschiedliche Vorstellungen und Gefühle aus. Inklusion sei nicht, wie so oft angenommen, die Weiterführung der Integration mit anderen Mitteln.

Bei der Integration handelt es sich um die Eingliederung einzelner Personen oder Randgruppen in eine bestehende Gruppe. Es bedeutet „Gemeinsam, aber nebeneinander“. Inklusion hingegen ist ein Menschenrecht und in der UN-Behindertenrechtskonvention gesetzlich verankert. Es geht nicht mehr um die Integration von „Ausgegrenzten“, sondern darum, von vornherein allen Menschen die uneingeschränkte Teilnahme an allen Aktivitäten möglich zu machen: Mittendrin, statt nur dabei.

„Wir müssen in eine positive Wahrnehmung gehen, denn Menschen mit Behinderung sind wertvoll für alle. Inklusion ist eine Chance für die Gesellschaft“, so Wimmer.

Gemeinschaftsgefühl beim „Oh Happy Day Gospelchor“

Als Beispiel für ein gelungenes Inklusionsprojekt nannte Wimmer den „Oh Happy Day Gospelchor“. 2013 entstand die Idee für ein gemeinsames Musikprojekt von behinderten und nichtbehinderten Menschen. Die Resonanz war überwältigend, 150 Menschen erarbeiteten an fünf Workshoptagen ein Konzertprogramm. An dem Projekt nahmen 60 Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung und 90 Menschen ohne Behinderung aus den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck teil. Das Konzert wurde 2014 im Veranstaltungsforum Fürstenfeld aufgeführt und war mit 900 Besuchern ausverkauft.

„Mit diesem Projekt konnte erreicht werden, dass Grenzen verschwimmen, Status und Rolle keine Bedeutung mehr haben und ein Gemeinschaftsgefühl unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entstand. Das ist Inklusion“, so Wimmer.

Gelungene Inklusion

Unter den rund 25 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern konnte auch eine hörgeschädigte Frau, die mittels Induktionsanlage an dem Vortrag teilnehmen konnte, von einem Beispiel für gelungene Inklusion berichten. Sie habe bei einer Volkshochschule nachgefragt, ob sie einen Kurs in Gebärdensprache geben könne. Auf Nachfrage meldeten sich elf Hörende für den Kurs an, der inzwischen erfolgreich in das nächste Semester gestartet ist.

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