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Ausstellung Portraits Selbsthilfegruppen

Portraits von Menschen in Selbsthilfegruppen – Teil II

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Menschen erzählen

Ausstellung Portraits Selbsthilfegruppen

Unter dem Motto „Geborgenheit und Stärke in der Gemeinschaft finden“ fand im April 2017 eine Portraitausstellung  von Mitgliedern und Vertretern der Selbsthilfegruppen der Selbsthilfekontaktstelle der Germeringer Insel statt.

In dieser Serie möchte wir Ihnen Menschen vorstellen, die erzählen, was für sie Selbsthilfe bedeutet und warum freiwilliges Engagement so wichtig ist.

Monique Braun, Selbsthilfe-Koordinatorin und leidenschaftliche Hobby-Fotografin hat mehr als 30 Menschen fotografiert und befragt. Sie berichtet, wie wertvoll Selbsthilfegruppen für Menschen mit gesundheitlichen oder sozialen Problemen sind. Besonders hervorgehoben wird von den Teilnehmern die emotionale Unterstützung und Motivation, die sie in der Gruppe erhalten.

Anna Frank

Mit dem Wort „Selbsthilfe“ verbinde ich vor allem „Gemeinsamkeit“, etwa beim Wandern in der Gruppe, beim Erkunden neuer Wege oder neuer
Gegenden.

Ich engagiere mit als Leiterin einer Selbsthilfegruppe, weil es hilft, aus der Isolation herauszukommen. Nach einem Treffen bin ich in durchaus lustiger Stimmung und fühle mich sehr ausgeglichen.

Anna Frank

Annegret Weidemann

Annegret Weidemann

Mit dem Wort Selbsthilfe verbinde ich den Austausch von Informationen über das Problem, für dessen Bewältigung Unterstützung benötigt wird. Doch stelle ich in unserer Gruppe immer wieder fest, dass dies nicht der einzige und meist auch nicht Hauptgrund ist, weshalb Menschen in Selbsthilfegruppen gehen.

Aus meiner Sicht ist der Austausch unter Menschen mit gleichem Anliegen oft viel wichtiger als der bloße Erhalt von Informationen. Es tut einfach gut, kein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen, ohne dass das Anliegen selbst ständiger Gesprächsstoff sein muss. Grundsätzlich wollte ich Menschen meine Hilfe anbieten und mit ehrenamtlicher Arbeit etwas zu einer besseren Gesellschaft beitragen.

Zu dieser Gruppe bin ich eher zufällig gekommen, denn ich bin nicht selbst betroffen. Zunächst begleitete ich sie eineinhalb Jahre lang als Vertreterin der Leitung. Als eine neue Leitung benötigt wurde, habe ich diese Aufgabe übernommen, weil ich nicht wollte, dass sich die Gruppe auflöst. Ich fühle  mich den Mitgliedern sehr verbunden, ähnlich wie einer großen Verwandtschaft, zu der immer wieder neue Mitglieder dazukommen.

So profitieren die Gruppe wie auch ich gleichermaßen voneinander, was mich in meinem Wunsch bestärkt, dabei zu bleiben.

Annegret Weidemann

Christa Tretschok

Christa Treschok

Meine Gesundheit erlaubt es mir, Menschen mit körperlichen Einschränkungen in ihrem Alltag etwas Abwechslung zu bringen, ihnen damit ein wenig Freude zu bereiten und sie dabei etwas zu verwöhnen, ihnen behilflich zu sein und wenn möglich, gemeinsam Lösungen zu finden.

Austausch mit Gleichbetroffenen: reden, nicht resignieren; zuhören, singen, lachen, auch gemeinsam traurig sein und sich gegenseitig unterstützen; lernen, die angebotenen Hilfen anzunehmen. Das Gefühl erfahren und spüren: ICH BIN NICHT ALLEIN.

Christa Tretschok

Christel Specht

Christel Specht

Mit dem Wort „Selbsthilfe“ verbinde ich die Möglichkeit, andere Menschen kennen zu lernen, denen ich mich mitteilen kann, und mich auch persönlich einzubringen, indem ich meinen Rat anbiete.

In der Gruppe „GemeINSam Er-Leben“, auf die ich durch eine Anzeige in der Lokalzeitung aufmerksam wurde, konnte ich erfahren, wie wichtig in der heutigen Zeit Selbsthilfegruppen sind. Viele Mitglieder sind auf sich alleine gestellt und sehr froh, sich einmal im Monat mit anderen netten Menschen zu treffen und Freunde zu finden, mit denen auch Probleme besprochen und Erfahrungen ausgetauscht werden können.

Zur Mitarbeit im Leitungsteam wurde ich motiviert, als ich merkte, dass man mit Engagement und Fleiß viel bewirken kann. Es war mir ein großes Bedürfnis, gemeinsame Aktivitäten vorzuschlagen, Probleme zu besprechen und anregende Gespräche zu führen. Nach einem – oft auch durchaus anstrengenden – Treffen gehe ich stets mit einem guten Gefühl und, wie wohl auch die Anderen, zufriedener nach Hause und freue mich über die gemeinsam verbrachten schönen Stunden.

Christel Specht

Aufgaben von Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen auf regionaler Ebene, deren Aktivitäten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten (physischer oder psychischer Art) und/oder sozialen Problemen richten, von denen sie entweder selber oder als Angehörige betroffen sind.

Sie wollen mit ihrer Arbeit keinen Gewinn erwirtschaften. Ihr Ziel ist eine Veränderung der Lebensumstände der Gruppenmitglieder und häufig auch ein Hineinwirken in das soziale und politische Umfeld.

In der regelmäßigen, oft wöchentlichen Gruppenarbeit betonen sie Gleichstellung, das gemeinsames Gespräch und die gegenseitige Hilfe.

Selbsthilfegruppen werden in der Regel von Betroffenen rein ehrenamtlich geleitet; und richten sich insbesondere an Betroffene und deren Angehörige. Selbsthilfegruppen bieten Hilfestellung für die Alltagsbewältigung und geben emotionale Unterstützung. Die Zielrichtung der Selbsthilfegruppen ist nicht nur darauf ausgerichtet, Angebote für Gleichbetroffene bereitzustellen. Vielmehr sind Betroffene die Initiatoreninnen und Initiatoren von Maßnahmen und wirken bei der Konzipierung und Durchführung dieser Maßnahmen unmittelbar mit.

Selbsthilfegruppen werden nicht von professionellen Helferinnen und Helfern (z. B. Ärzten, Therapeuten, anderen Medizin- oder Sozialberufen) geleitet; manche ziehen jedoch gelegentlich Expertinnen und Experten zu bestimmten Fragestellungen hinzu.

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