SCHREIBEN SIE UNS info@mgh-germering.de
RUFEN SIE UNS AN 089 8 40 53 58
FREIWILLIGEN-BÖRSE
Ausstellung Portraits Selbsthilfegruppen

Portraits von Menschen in Selbsthilfegruppen – Teil III

Print Friendly, PDF & Email

Menschen erzählen

Ausstellung Portraits Selbsthilfegruppen

Unter dem Motto „Geborgenheit und Stärke in der Gemeinschaft finden“ fand im April 2017 eine Portraitausstellung  von Mitgliedern und Vertretern der Selbsthilfegruppen der Selbsthilfekontaktstelle der Germeringer Insel statt.

In dieser Serie möchte wir Ihnen Menschen vorstellen, die erzählen, was für sie Selbsthilfe bedeutet und warum freiwilliges Engagement so wichtig ist.

Monique Braun, Selbsthilfe-Koordinatorin und leidenschaftliche Hobby-Fotografin hat mehr als 30 Menschen fotografiert und befragt. Sie berichtet, wie wertvoll Selbsthilfegruppen für Menschen mit gesundheitlichen oder sozialen Problemen sind. Besonders hervorgehoben wird von den Teilnehmern die emotionale Unterstützung und Motivation, die sie in der Gruppe erhalten.

Cornelia Wachter

Cornelia Wachter

Ich finde es wichtig, dass sich Betroffene untereinander austauschen können. Wichtig ist dabei, dass die Treffen vertrauensvoll und ohne Zwänge stattfinden.

Cornelia Wachter

Gertraud Roth

Gertraud Roth

Betroffene fühlen, dass sie nicht alleine gelassen werden und erkennen, dass es anderen gleich oder zum Teil auch schlechter geht. Es werden ihnen Informationen fachlicher Art sowie praktische Hilfe angeboten. Da in der heutigen Zeit viele Leute aufgrund der veränderten Familienstrukturen „alleiner“ sind und gleichzeitig dank der modernen Medizin die Menschen älter werden, sind die Selbsthilfegruppen zunehmend notwendiger, um die damit verbundenen Probleme aufzufangen.

Durch das Miteinander in der Selbsthilfegruppe für blinde und sehbehinderte Menschen beispielsweise relativieren sich im Erfahrungsaustausch eigene Sehprobleme. Außerdem erweitert man Fähigkeiten und Kenntnisse wie hier etwa die Aneignung der Blindenschrift oder – als nicht zu unterschätzender Teil der Lebensfreude – Fertigkeiten des Kuchenbackens.

Für mich sehr wichtig ist dazu, eine Brücke zu schlagen von der Gruppe zum Bayerischen Blindenbund. Als Nicht-Betroffene kam ich bei Rentenbeginn auf der Suche nach einer sinnvollen Betätigung speziell zur Selbsthilfegruppe für blinde und sehbehinderte Menschen, weil ich schon als Jugendliche im Rahmen des Malteser Hilfsdienstes mit diesen Betroffenen positive Erfahrungen gemacht habe.

Inzwischen sind mir diese Menschen so ans Herz gewachsen, dass ich ohne sie vieles vermissen würde.

Gertraud Roth

Eva-Maria Steinberg

Eva-Maria Steinberg

Selbsthilfegruppen sind sehr wichtig, da man durch Selbst-Betroffene aufgefangen wird, die eigene Erfahrungen weitergeben und so Mut machen können. Sie vermitteln die Erkenntnis, dass es sich nach einem durchschrittenen Tal lohnt, auch die nächste kleine Anhöhe zu erklimmen.

Durch einen Artikel im „Gemeinde-Anzeiger“ bin ich auf die Selbsthilfegruppe aufmerksam geworden. Seither gehe ich offener mit meiner Krankheit um.

Dank der Vorträge habe ich meine Situation besser kennen und einschätzen gelernt. Gleichzeitig genieße ich die Ausflüge mit der Gruppe; sie geben mir Kraft und den Mut, auch selbst mehr zu unternehmen.

Mein Selbstvertrauen ist gewachsen. Dank der Gruppe weiß ich, dass es schlechtere und bessere Tage gibt, und es gilt, daraus etwas zu machen.

Eva-Maria Steinberg

Edith Binder

Edith Binder

In der heutigen Zeit sind Selbsthilfegruppen mehr denn je notwendig, weil alles anonymer ist und viele als Single leben. Kontakte sind wichtig, da es kaum noch Großfamilien gibt. Nicht jede Form der Hilfe kann staatlich organisiert oder von Kirchengemeinden
geleistet werden. Es ist jedem möglich, auch ohne größeren finanziellen Einsatz zu helfen.

Der Besuch einer Selbsthilfegruppe ist Betroffenen sehr zu empfehlen, da sie den so wichtigen Austausch mit gleichartigen Ansprechpartnern und -partnerinnen bietet und nicht zuletzt auch eine Entlastung der Familie ermöglicht.

Durch den Beitritt zur Selbsthilfegruppe habe ich erkannt, dass es auch andere mit den gleichen Problemen gibt. Ich kann dort sehen, wie sie das schaffen und meinerseits ihnen mit meinen Erfahrungen helfen.

Edith Binder

Aufgaben von Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen auf regionaler Ebene, deren Aktivitäten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten (physischer oder psychischer Art) und/oder sozialen Problemen richten, von denen sie entweder selber oder als Angehörige betroffen sind.

Sie wollen mit ihrer Arbeit keinen Gewinn erwirtschaften. Ihr Ziel ist eine Veränderung der Lebensumstände der Gruppenmitglieder und häufig auch ein Hineinwirken in das soziale und politische Umfeld.

In der regelmäßigen, oft wöchentlichen Gruppenarbeit betonen sie Gleichstellung, das gemeinsames Gespräch und die gegenseitige Hilfe.

Selbsthilfegruppen werden in der Regel von Betroffenen rein ehrenamtlich geleitet; und richten sich insbesondere an Betroffene und deren Angehörige. Selbsthilfegruppen bieten Hilfestellung für die Alltagsbewältigung und geben emotionale Unterstützung. Die Zielrichtung der Selbsthilfegruppen ist nicht nur darauf ausgerichtet, Angebote für Gleichbetroffene bereitzustellen. Vielmehr sind Betroffene die Initiatoreninnen und Initiatoren von Maßnahmen und wirken bei der Konzipierung und Durchführung dieser Maßnahmen unmittelbar mit.

Selbsthilfegruppen werden nicht von professionellen Helferinnen und Helfern (z. B. Ärzten, Therapeuten, anderen Medizin- oder Sozialberufen) geleitet; manche ziehen jedoch gelegentlich Expertinnen und Experten zu bestimmten Fragestellungen hinzu.

Schreibe eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

NEWSLETTER ABONNIEREN

Kein Spam. Einfache Abmeldung.