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Vorsorge treffen mit Vollmacht und Verfügungen: Vortrag mit Rechtsanwalt Walter Hylek im Mehrgenerationenhaus Zenja

Vorsorge treffen mit Vollmacht und Verfügungen

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Vorsorge treffen mit Vollmacht und Verfügungen: Vortrag mit Rechtsanwalt Walter Hylek im Mehrgenerationenhaus Zenja

Rund 50 Besucher*innen kamen vergangene Woche zur Vortragsveranstaltung  „Gut versorgt mit Vollmachten und Verfügungen“, die in Kooperation mit dem Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe im Deutschen Sparkassen und Giroverband  im Zenja-Saal des Mehrgenerationenhauses stattfand.

Gerichtliche Einmischung verhindern

Rechtsanwalt Walter Hylek (Foto) behandelte das komplexe Thema ausführlich und ging dabei immer auf die zahlreichen Fragen der Zuhörer*innen ein. Nach einer Einleitung zu den Möglichkeiten der Vorsorgemaßnahmen im Falle von Unfall, Krankheit oder Alter, erklärte er die Unterschiede zwischen Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung . Dabei machte er sofort klar, dass man die Instrumente der Vorsorge auch genau verstehen müsse, bevor man eine Entscheidung treffe. „Weder Ehepartner, Verwandte und auch kein Anwalt haben eine gesetzliche Vertretungsmacht“, so Hylek. „Hat man nicht frühzeitig und ausreichend selbst vorgesorgt, tritt im Bedarfsfall automatisch das gerichtliche Betreuungsverfahren in Kraft“.  Anhand von praxisnahen Beispielen zeigte der Fachmann die Vor- und Nachteile einer solchen Betreuungsform auf und stellte am Ende fest: „Das wollen Sie nicht wirklich. Denn ohne Genehmigung des Gerichts geht nichts!“

Eine Vorsorgevollmacht dagegen schließe die Einmischung des Gerichts aus und biete darüber hinaus mehr Flexibilität und Absicherung.  Der Anwalt erklärte dann auch ausführlich, wie eine wirksame Vollmacht erstellt werden muss und wie praxistauglich diese ist. Dem Publikum wurde dabei schnell klar, dass auch dieses Verfahren seine Tücken hat. So warnte Hylek davor, in der Vollmacht Bedingungen zu stellen oder allzu voreilig Kreuzchen bei den vorgefertigten Formularen zu machen. Sie seien oft zu ungenau und nicht an die persönliche Situation angepasst. Zur Erstellung einer Vorsorgevollmacht empfahl er, sich von einem Rechtanwalt oder Notar beraten zu lassen.

Vollmacht ist Vertrauenssache

„Grundsätzlich ist die Ausstellung einer Vollmacht immer Vertrauenssache, denn sie schützt nicht vor Missbrauch!“, so der Anwalt. Insbesondere sollte man auch auf die sogenannte Ausgestaltung der Innenverhältnisse achten, z.B. auf die Anweisung, nur im Fürsorgefall von der Vollmacht Gebrauch zu machen.  Auch das Rangverhältnis der Bevollmächtigten und die Festlegung der Richtlinien, nach denen der Bevollmächtigte handeln soll, sollten klar geregelt sein.

Im Unterschied zur Vollmacht, die eine gerichtliche Anordnung der Betreuung verhindern soll, setze die Betreuungsverfügung eine Betreuung bereits voraus und regle deren Ablauf.  „Die Betreuungsverfügung stellt lediglich eine Äußerung von Wünschen und Vorschlägen dar“, so Hylek. Diese Verfügung werde dann bei einer gerichtlichen Anordnung berücksichtigt. Das Gericht als auch der Betreuer seien aber nur eingeschränkt an die Betreuungsverfügung gebunden.

Patientenverfügung zur Einwilligung ärztlicher Maßnahmen

Im Unterschied zur Vollmacht oder der Betreuungsverfügung, diene die Patientenverfügung einem ganz anderen Vorsorgezweck. „Sie regelt die Einwilligung und Nichteinwilligung in ärztliche Maßnahmen für den Fall, dass der Patient sich selbst nicht mehr dazu äußern kann.“ Diese Patientenverfügung bestimmt im Vorhinein, ob und welche medizinische Behandlung in bestimmten Situationen erwünscht ist.“ Wie bei den vorangegangen Vertragsformen erläuterte der Anwalt genau die Anforderungen, Inhalte und Durchsetzung der Patientenverfügung.

Am Ende der Veranstaltung meinte Hylek, dass ihm bewusst sei, wie schwierig und aufwendig das Verfahren zur Erstellung einer Vollmacht und Patientenverfügung sei, aber er versprach dem Publikum auch, dass sie erleichtert sein würden, wenn sie diesen Schritt getan hätten.

 

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