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Was ist eigentlich Leichte Sprache?

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Leichte Sprache ist für Menschen mit Lernschwierigkeiten

Unsere Mitarbeiterin Vera Greif macht derzeit eine Fortbildung als Übersetzerin für Leichte Sprache. Aber was ist Leichte Sprache eigentlich?

Leichte Sprache ist eine Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Bundesweit leben über 300 000 Menschen mit Lernschwierigkeiten. Über 2,3 Millionen so genannte funktionale Analphabeten in Deutschland können nur einzelne Wörter lesen – ganz zu schweigen von ganzen Texten. Leichte Sprache macht Texte lesbarer und verständlicher.

Leichte Sprache ist ein Konzept zur Strukturierung, Visualisierung und Reduktion komplexer Texte (dieser Satz ist alles andere als Leichte Sprache und müßte übersetzt werden).

Es gibt noch weitere Gruppen, die von Leichter Sprache profitieren:

  • Menschen mit starken Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
  • An Alertsdemenz erkrankte Menschen
  • Patienten mit Hirnverletzungen
  • Hörbehinderte Menschen mit geringer Lautsprachkompetenz
  • Menschen mit Seheinschränkungen
  • Menschen, die Deutsch lernen

 

Das Netzwerk Leichte Sprache hat ein Qualitäts-Siegel für gute Leichte Sprache.

Regeln für die Leichte Sprache

Für die Leichte Sprache gibt es feste Regeln:

  • Einfache Wörter
  • Keine Abkürzungen
  • Kurze Sätze
  • Möglichst keine Redewendungen und hohe Zahlen
  • Großer Zeilenabstand
  • Viele Absätze und Überschriften
  • Viele Bilder

 

Nach einer Übersetzung des Textes in die Leichte Sprache muss dieser geprüft werden. Prüfer sind Betroffene, also Menschen mit Lernschwerigkeiten. Sie können am besten beurteilen, ob der Text auch wirklich verstanden wir.

Übersetzerin für Leichte Sprache

Die Fortbildung “Übersetzer für Leichte Sprache” findet im CAB (Caritas Ausgsburg) im Fachzentrum für Leichte Sprache statt. Im Oktober war Vera Greif zur Schulung im Ausbildungszentrum.

Nach einer Einführung in die Leichte Sprache und den rechtlichen Grundlagen ging es für die Teilnehmer dann richtig zur Sache: Zunächst wurden alle Regeln gelernt und bereits in Form von leichten Übungen umgesetzt. Im zweiten Teil mussten die Teilnehmer bereits schwierige Texte in Angriff nehmen und diese auch von Betroffenen prüfen lassen.

Erfahrungen in der Fortbildung

Maria Hütter (Prüferin), Carola Nagel und Tanja Blum (Übersetzerinnen). Klasse Team des CAB, Fachzentrum für leichte Sprache in Augsburg
Ausbilderinnen im CAB Fachzentrum für Leichte Sprache: Maria Hütter (Prüferin), Carola Nagel und Tanja Blum (Übersetzerinnen).

“Die Schulung ist unglaublich informativ und es macht mir großen Spaß, die Leichte Sprache zu erlernen, so Zenja-Mitarbeiterin Vera Greif.
“Leichte Sprache ist aber auch schwer, denn sie hat ihre Tücken. Unter den Teilnehmern gibt es immer wieder viel Diskussionsbedarf, wenn es um die Regeln geht. Am spannendsten ist die Zusammenarbeit mit den Prüferinnen. Mitzuerleben, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten die übersetzten Texte bewerten, ist definitiv eine besondere Erfahrung. Und so wurde bereits während der ersten vier Tage dieser Fortbildung für uns Teilnehmer klar, wie wichtig die Leichte Sprache für unsere Gesellschaft ist. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächsten Module im November/Dezember.”

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